Demütigung, Gewaltfantasien, Gewalt und Tod

Triggerwarnung:
Der folgende Text behandelt schwere und sensible Themen wie Gewaltandrohungen, geschlechtsspezifische Gewalt – sowohl psychische als auch physische – sowie Femizide. Diese Inhalte können belastende Gefühle oder Erinnerungen auslösen. Wenn Du selbst von psychischen Belastungen betroffen bist oder Unterstützung brauchst, zögere bitte nicht, Dir Hilfe zu suchen. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr anonym und kostenfrei für Dich erreichbar.

Telefonseelsorge Deutschland: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222  

Kinder- und Jugendtelefon (Nummer gegen Kummer): 116 111  

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016

Spreche mit vertrauten Personen oder professionellen Beratenden, wenn Du Dich überfordert fühlst. Du bist nicht allein.


Vorweg möchte ich meinen Lesenden mitgeben, dass ich Gewalt, egal in welcher Form, nicht gut heiße und aufs Schärfste verurteile. Ich fordere daher immer Prävention und Sensibilisierung, aber auch nach einer Tat entsprechende Urteile.


Gewalt gegen Frauen zeigt sich nicht nur in körperlichen Angriffen, sondern auch in einer subtilen und doch tief verletzenden Form:

der psychischen Gewalt – besonders im digitalen Raum.

Antifeministische Gruppen und Frauenhasser versuchen gezielt, Frauen durch demütigende Aussagen wie Bodyshaming, Mobbing und sexualisierte Beleidigungen mundtot zu machen. Gewaltfantasien werden offen im Internet geäußert! Etwa der Wunsch nach Massenvergewaltigungen oder Morddrohungen, die das Ziel haben, Angst zu verbreiten und Frauen zum Schweigen zu bringen.

Aktuelle Studien belegen, dass rund 45 % der Frauen in Deutschland schon einmal Online-Gewalt erfahren haben. Hierunter Beleidigungen, Bedrohungen oder unerwünschte sexuelle Nachrichten. Besonders betroffen sind Frauen, die sich öffentlich positionieren oder feministische Anliegen vertreten. Die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) stellte 2022 fest, dass 1 von 10 Frauen in der EU sexuelle Belästigung im Internet erlebt hat. Dies kann zu erheblichen psychischen Belastungen führen. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch, da viele Betroffene aus Angst oder Scham keine Anzeige erstatten.

Diese Form der Gewalt ist kein harmloses Trolling, sondern systematischer Hass, der die psychische Gesundheit massiv belastet und Betroffene isoliert. Wenn Frauen aus Angst schweigen würden, würde das gesellschaftliche Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen massiv schwinden, Schutzmechanismen würden versagen und Täter*innen könnten ungehindert agieren. Schweigen bedeutet, dass Gewalt unsichtbar bleibt – und das ist ein Nährboden für weitere Gewalt und Diskriminierung.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es gibt klare gesetzliche Regelungen gegen Hassrede, Bedrohung und Verleumdung. Organisationen wie HateAid bieten Betroffenen rechtliche Beratung und Unterstützung an, um gegen Hass im Netz vorzugehen. Auch Polizei, Beratungsstellen für Betroffene von Online-Gewalt und spezialisierte NGOs sind wichtige Anlaufstellen, die helfen, die psychische Gewalt sichtbar zu machen und zu bekämpfen.

Wir dürfen uns von diesen Angriffen nicht einschüchtern lassen. Solidarität, rechtliche Schritte und öffentliche Aufmerksamkeit sind entscheidend, um Hass im Netz und darüber hinaus zu stoppen und Frauen ihren Raum zurückzugeben.

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